Projektgruppen

8-3.4 | GENETISCHES MONITORING BEDROHTER WILDTIERE IN MITTELEUROPA

Projektleiter:
Dr. Carsten Nowak

Detaillierte Kenntnisse über zeitliche Trends in der Verbreitung und Abundanz einer Art bilden eine wichtige Grundlage für das Ergreifen effektiver Schutzmaßnahmen. Besonders seltene und heimliche Arten entziehen sich jedoch oft einer direkten Beobachtung, was ein effektives Monitoring erschwert. In diesem Projekt werden molekulargenetische Methoden für das Monitoring seltener Wildtierarten entwickelt und angewandt.
Das genetische Wildtiermonitoring beruht auf der Verwendung nicht-invasiv gesammelten Probenmaterials, wie Kot oder Haaren. Mittels hochsensitiver genetischer Verfahren, wie Mikrosatellitenanalysen, lassen sich Erkenntnisse zu Artstatus, Hybridisierungsgrad, Geschlecht und Populationszugehörigkeit treffen. Aktuell werden Markersysteme für folgende in Mitteleuropa stark bedrohte Arten entwickelt: Wildkatze (Felis silvestris), Eurasischer Luchs (Lynx lynx), Wolf (Canis lupus), Braunbär (Ursus arctos) und Europäischer Biber (Castor fiber). Durch die Untersuchung der genetischen Struktur können für diese Arten Dispersionsraten und Migrationskorridore bestimmt werden. Zusammen mit computergestützten Habitatmodellierungen lassen sich mittels der gewonnenen Daten Aussagen zum Einfluss des Klimawandels auf diese Flaggschiffarten des europäischen Naturschutzes treffen, die eine wichtige wissenschaftliche Grundlage für das Ergreifen geeigneter Maßnahmen im Natur- und Artenschutz bilden.

Team

Prof. Dr. Peter Haase, Wissenschaftler
Christiane Frosch, Doktorandin

Publikationen

Geismar, J., Sauer, J., Haase, P. & C. Nowak (2011) : New microsatellite markers for the assessment of fine-scale dispersal patterns in the endangered montane caddisfly Drusus discolor. - Conservation Genetics Resources, DOI 10.1007/s12686-011-9414-7.

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