Projektgruppen

8-3.3 | MEERESPLANKTON – ANPASSUNGSPOTENZIAL CALANOIDER COPEPODEN AN MULTIPLE UMWELTSTRESSOREN (2008-2011)

Projektleiter:
Dr. Jasmin Renz

Calanoide Copepoden besitzen eine Schlüsselrolle in marinen Nahrungsnetzen, da sie vielen kommerziell genutzten Fischarten als Hauptnahrungsquelle dienen und als Grazer des Phytoplanktons Energie von den Primärproduzenten auf höhere trophische Ebenen transferieren. Jede Veränderung auf der Gemeinschaftsebene der Copepoden hat daher Konsequenzen für das gesamte marine Nahrungsnetz. Aktuelle biogeographische Studien, welche sich mit den klimainduzierten Veränderungen in marinen Ökosystemen befassen, zeigen, dass Änderungen der Wassertemperatur die Verbreitung mariner Copepodenarten beeinflussen. Im Nordatlantik hat die Temperaturzunahme von 1,5°C in den letzten Jahrzehnten bereits zu einer Reorganisation der Biodiversität calanoider Copepoden geführt.

Im vorliegenden Projekt werden die potenziellen Konsequenzen klimainduzierter Veränderungen der physikalischen Umwelt auf den Lebenszyklus und die populationsdynamischen Prozesse von verschiedenen Copepodenschlüsselarten in in situ-Experimenten an Bord von Forschungsschiffen und an Tieren aus Laborkulturen untersucht. Diese Untersuchungen sollen Aufschluss darüber geben, ob die in Nord- und Ostsee vorkommenden Arten calanoider Copepoden langfristig fähig sind, sich an Veränderungen in ihrer Umwelt anzupassen und eine Population in den untersuchten Gebieten aufrecht zu erhalten, oder ob die Umweltveränderungen ein Abwandern oder Aussterben von Arten verursachen. Zusätzliche Versuche mit geographisch separierten Populationen bzw. Individuen der gleichen Art aus unterschiedlichen marinen Ökosystemen werden Aufschluss darüber geben, ob intra-spezifische Variationen im Anpassungspotenzial eher der phänotypischen Plastizität oder der genetischen Variabilität zuzuordnen sind.

Das Projekt trägt zum Verständnis der Auswirkungen des Klimawandels auf die Gemeinschaft der Copepoden bei. Die Erkenntnisse, die in diesem Projekt gewonnen werden, werden wertvolle Informationen für realistische Vorhersagen der Dynamik von Schlüsselarten in der Ökosystemmodellierung erbringen.

 

Team

Prof. Dr. Pedro Martinez-Arbizu, Wissenschaftler
Nadine Schulz, Doktorandin