Projektgruppen

6-2.17 | EINSCHÄTZUNG DER GENETISCHEN DIVERSITÄT UND DIVERGENZ INNERHALB UND ZWISCHEN POPULATIONEN DER BEDROHTEN PFLANZENART CHASMANTHERA DEPENDENS (MENISPERMACEAE) IN WESTAFRIKA

Klimatische Veränderungen auf globaler und regionaler Ebene können die Verbreitung von Arten, die Zusammensetzung von Lebensgemeinschaften und Ökosystemfunktionen verändern. Besonders das durch Klimawandel bedingte Verschwinden von Pflanzenpopulationen bedroht sowohl die Artendiversität als auch die Bereitstellung von wichtigen Ökosystemleistungen. Das Wissen über die genetische Diversität sowie die Populationsstruktur von bedrohten Pflanzenarten bildet eine gute Grundlage, um Auswirkungen des Klimawandels vorherzusagen. Es ist wichtig, die genetische Variation innerhalb und zwischen Populationen zu verstehen, um erfolgreiche und produktive Erhaltungsmaßnahmen für seltene Arten zu etablieren.

Im Rahmen unserer Forschung soll eine Einschätzung der Effekte klimatischer Veränderungen auf den Biodiversitätsverlust erfolgen, wobei die Gattung Chasmanthera (Menispermaceae) als Modelsystem dient. Die Menispermaceae sind eine bislang wenig untersuchte kosmopolitische Familie von Kletterpflanzen, die eine hohe morphologische Diversität aufweisen. In Westafrika gibt es lediglich eine Art der Gattung Chasmanthera, nämlich Chasmanthera dependens, welche einen großen ethno-medizinischen und ökonomischen Wert besitzt. Diese Pflanzenart wird nicht kultiviert, weshalb das Risiko eines Verlustes an genetischer Vielfalt durch zu intensives Abernten von Wildpopulationen besteht. In neuerer Zeit haben klimatische Veränderungen zusätzlich den Populationsrückgang verstärkt. Mit Hilfe molekularer Methoden möchten wir die genetische Variabilität der Populationen in Westafrika untersuchen, um effektive Schutzmaßnahmen zu entwickeln.

Externer Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Andrew Chibuzor Iloh

Team

Dr. Juraj Paule, Wissenschaftler