A2: KÄNOZOISCHE DYNAMIK DER BIO-GEO-ATMOSPHÄRE: DER LANGE WEG INS PLEISTOZÄNE EISHAUS

Die Klimadynamik der letzten 8-10 Ma ist ein entscheidender Steuerungsfaktor für die heutige globale Verteilung von Geoökosystemen und ist Untersuchungsgegenstand der Projektgruppe A2. Insbesondere die Rekonstruktion von Erdoberflächen- und Evolutionsprozessen im Hinblick auf Klima- und Ökosystemreaktionen ist eines der sich am schnellsten entwickelnden interdisziplinären Forschungsfelder im Bereich der Bio-Geosphärenforschung.
Die dabei relevanten Rückkopplungseffekte umfassen u.a. die zeitliche und räumliche Entwicklung terrestrischer Niederschlagsmuster in Wechselwirkung mit sich verändernden Vegetationssystemen und Landschaftsformen oder die evolutionär-genetische Anpassung von Arten an sich ändernde Umweltbedingungen wie z.B. Segmentierung von Arealen durch gebirgsbildende Prozesse oder Saisonalität der Niederschläge. In diesem Kontext zeichnet sich das späte Neogen (seit etwa 10 Ma) durch eine zunehmende Klimavariabilität während eines langfristigen Abkühlungstrends aus, der schließlich in den pleistozänen Kaltzeiten ('Eishaus') aufgeht.

Neben der Rekonstruktion der klimatischen und topografischen Entwicklung von Schlüsselregionen (z.B. Zentraleuropa, östliches Mittelmeer) mittels isotopengeochemischer und organischer Biomarkeranalytik gilt ein weiteres Augenmerk der Koevolution von Hominiden und C4-Graslandschaften als Ergebnis der sich ändernden atmosphärischen CO2 Konzentrationen, Saisonalität und Verteilung der Niederschläge in Ostafrika. Neben der Δ47-Thermometrie an Paläoböden werden hier an Schlüsselstellen der jüngeren Erdgeschichte authigene und pedogene Proxyarchive auf ihre stabile Isotopenzusammensetzung hin untersucht und datierte molekulare Phylogenien großer Herbivoren sowie dominanter Gattungen von C4-Savannengräsern erstellt.

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