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16 Dezember 2013

Auf der Spur der mongolischen Gazellen – Thomas Müller neuer Robert Bosch Juniorprofessor in Frankfurt...

30 Oktober 2013

Batmans gefährliche Seite: Welche Krankheitserreger stecken in Fledermäusen?...

22 Oktober 2013

Planet der Pilze – neue Erkenntnisse über eine bislang unterschätzte Vielfalt ...

12 Oktober 2013

Wie sicher ist die Kohlendioxid-Speicherung im Meeresboden?...

04 Oktober 2013

Bevölkerungsrückgang - eine Chance für die Umwelt? Vortrag aus der Veranstaltungsreihe zur Sonderausstellung „PLANET 3.0 – Klima.Leben.Zukunft“...

30 September 2013

Artenreichtum ist relativ – neues Konzept zum Verständnis von biologischer Vielfalt ...

13 September 2013

Themenabend: „Fracking – Energiegewinnung mit Zukunft? Nutzen und Risiken unkonventioneller Erdgasförderung "...

30 August 2013

Gelernt statt nur ererbt: Schreikraniche lernen optimale Zugrouten von erfahrenen Altvögeln...

24 Juli 2013

Pflanzen auf Wanderschaft: Nur wenige können dem Klimawandel ausweichen....

04 Juli 2013

Supermarkt Savanne durch Klima- und Landnutzungswandel bedroht...

02 Juli 2013

Mount Everest-Region lag bereits vor 17 Millionen Jahren so hoch wie heute - Frankfurter Geowissenschaftler erforschen Auswirkungen auf Klimamodelle und Evolutionsgeschichte ...

28 Juni 2013

Flexible Partnerschaft erlaubt Flechten, verschiedene Habitate zu besiedeln - Bei der Alge-Pilz-Partnerschaft ist das „wer mit wem?“ für die Lebensraumansprüche entscheidend...

27 Juni 2013

Globaler Kälteeinbruch in der Kreidezeit – mussten Dinosaurier frieren?...

25 Juni 2013

Was Zecken in sich verstecken: Studie zeigt Verbreitung infizierter Zecken im Rhein-Main-Gebiet...

19 Juni 2013

Herausragende Forschung an einem besonderen Ort: Das LOEWE Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F) bezieht saniertes Gebäude des Architekten Ferdinand Kramer ...

14 Juni 2013

Erbgut im Gefrierschrank - DNA-Bank von Senckenberg und BiK-F in DNA-Bank-Netzwerk aufgenommen...

21 Mai 2013

Nach 160 Jahren überführt – Herbarien geben Genom des Verursachers der Irischen Hungersnot preis...

17 Mai 2013

„Klima und Mensch. Die Sicht der Geowissenschaften“ - Vortrag aus der Veranstaltungsreihe zur Sonderausstellung Planet 3.0...

06 Mai 2013

Im Archiv der Wasserflöhe: Dauerstadien erlauben Blick auf Evolutionsprozesse im Klimawandel...

02 Mai 2013

Dem Bären gefahrlos unter den Pelz geschaut: Geschlechtsbestimmung mit Molekularbiologie...

18 April 2013

Tief gebohrt: Fossilien erlauben Einblick in die Entstehung einzigartiger antarktischer Ökosysteme...

12 April 2013

Die Polargebiete im Wandel: Einsichten mit neuen Satellitenmessverfahren...

04 April 2013

Vortrag: Klimawandel – Was kommt auf uns zu?...

28 März 2013

Achtung – Allergie! Modelle zeigen klimawandelbedingte Ausbreitung der Beifußambrosie in Europa auf...

18 März 2013

Neue Senckenberg-Veranstaltungsreihe „Planet 3.0“...

27 Februar 2013

Leben in der geologischen Knautschzone: Gebirge fördern die biologische Vielfalt...

26 Februar 2013

Nepals Giftschlangen: Wissenschaftler aus Deutschland, Nepal und der Schweiz veröffentlichen Handbuch...

05 Februar 2013

Trojanischer Flohkrebs: Wenn eingeschleppte Arten Parasiten in sich tragen...

29 Januar 2013

Sonderausgabe Journal of Biogeography: Einbeziehung biologischer Prozesse in die Nischenmodellierung...

28 Januar 2013

Klimawandel und Biodiversität: Folgen für Deutschland – Statusbericht ist Umweltbuch des Monats...

17 Januar 2013

Neue Übersichtstudie: Klimawandel verringert genetische Vielfalt...

03 Januar 2013

Zeitreise ins Jahr 2080 – Gewinner und Verlierer des Klimawandels in Europas Bächen und Flüssen...

Pressemitteilungen

Globaler Kälteeinbruch in der Kreidezeit – mussten Dinosaurier frieren?

Frankfurt, 27.6.2013 Die Kreidezeit, als Warmzeit bekannte Ära der Dinosaurier, wurde vor 116 Mio. Jahren durch eine 2,5 Mio. Jahre dauernde Kältephase unterbrochen. Dies hatte vor allem für die Meeresökosysteme ähnlich gravierende Folgen wie Phasen rascher Erwärmung. Eine heute in Nature Geoscience veröffentlichte Studie eines internationalen Teams der Universitäten Newcastle (UK), Köln und Frankfurt sowie der Forschungseinrichtungen GEOMAR und BiK-F, die auf Bohrungen vor der Küste Marokkos und Modellierungen basiert, zeigt jetzt, dass der damalige Umbruch mariner Ökosysteme auf diese Abkühlung zurückzuführen ist. Ursache war das Auseinanderdriften des Superkontinents Pangäa.

Vielen Organismen wurde es mitten in der 85 Millionen Jahre währenden, warmen Kreidezeit zu kalt: Weltweit sank die Temperatur für 2,5 Mio. Jahre stark ab. Grund war die starke tektonische Aktivität der Erdkruste: Durch das Zerbrechen und Auseinanderdriften des Riesenkontinents Pangäa entstanden um Afrika, Südamerika und Europa neue ozeanische Becken, in denen riesige Massen winziger Meeresalgen lebten und der Treibhausatmosphäre durch Photosynthese gigantische Mengen Kohlendioxid entzogen. Mit dem Absinken abgestorbener Algen wurde dieses CO2, den Ergebnissen der Modellierungen zufolge insgesamt über 800.000 Gigatonnen, in Sedimentschichten am Meeresboden abgelagert und gespeichert. Der sinkende CO2-Gehalt der Atmosphäre ließ das Klima weltweit abkühlen.
Erstmals konnte nun ermittelt werden, wie lange diese Periode dauerte und um wie viel Grad die Temperatur sank: um ganze 5 Grad Celsius, auf immer noch 28°C. Obwohl die Produktivität der Ozeane in dieser Zeit insgesamt zunahm, brachen die Populationen vieler Organismengruppen zusammen, z.B. marines  Phytoplankton und planktische Foraminiferen. „Dies zeigt, dass globale Abkühlungsprozesse ähnliche Krisen der marinen Ökosysteme und geochemischen Zyklen verursachen können wie starke Erwärmungsphasen in der Erdgeschichte. Die Zeitspanne, in der diese tektonisch ausgelösten Veränderungen damals stattfand, waren allerdings viel länger als der Zeitraum, in dem der heutige Klimawandel greift“, sagt Prof. Dr. Jens Herrle, Paläoozeanograph an der Goethe-Universität Frankfurt und Mitglied des Biodiversität und KlimaForschungszentrums (BiK-F) und einer der Autoren der Studie.

Wie kam dieser gigantische Abkühlungsprozess wieder zum Stillstand? Die Autoren vermuten, dass die Freisetzung gewaltiger CO2-Mengen bei der vulkanischen Entstehung des heutigen Kerguelen-Archipels im Indischen Ozean die Temperatur weltweit wieder steigen ließ. Hinzu kam vermutlich, dass sich in den immer größeren ozeanischen Becken durch den Zustrom sauerstoffreichen Wassers nach und nach weniger CO2 in den Sedimentschichten ablagerte. Nach 2,5 Mio. Jahren wurde es auf der Erde schließlich wieder wärmer. Die Studie zeigt eindrücklich, wie eng das globale Klima mit den im Erdinneren stattfindenden Prozessen verknüpft ist und wie diese sich in Millionen von Jahren abspielenden Prozesse die Lebensräume auf der Erde und damit die Evolution beeinflussen.

Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte:

Prof. Dr. Jens Herrle
Goethe Universität Frankfurt und
LOEWE Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F)
Tel: +49 (0)69 798 40180
jens.herrle@em.uni-frankfurt.de

Dr. Julia Krohmer
LOEWE Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F), Transferstelle
Tel. +49 (0)69 7542 1837
julia.krohmer@senckenberg.de

Publikation:
McAnena A, Flogel S, Hofmann P, Herrle JO, Griesand A, Pross J, Talbot HM, Rethemeyer J, Wallmann K and Wagner T (2013): Atlantic cooling associated with a marine biotic crisis during the mid-Cretaceous period. Nature Geoscience, DOI: 10.1038/NGEO1850

Pressebilder:

Paläogeographie
Paläogeographie des DSDP Bohrung 545, Mazagan Plateau während der mittleren Kreidezeit. Die Abbildung illustriert die progressive Öffnung des äquatorialen Atlantiks und angrenzender Ozeane
(Bildquelle: McAnena et al., 2013)
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 Phytoplankton
Rasterelektronenmikroskopische Aufnahme marinen Phytoplanktons (Coccolithen) der mittleren Kreidezeit
© AG Herrle
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Link zur englischen Pressemitteilung
www.ncl.ac.uk/press.office/press.release/item/global-cooling-as-significant-as-global-warming#.UcipDtgq-FU 

 

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